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Worum es geht
Es geht um die Wahrheit, resp. wie man diese gegebenenfalls vermeidet. Oder das vermeidet, was der Wahrheit gegenüber steht. Das habe etwas mit Marketing zu tun, meint Spottolski.
Beiträge dieser Art entbehren sämtlicher Professionalität. Zum Ernst des Marketingalltags kehren Sie hier zurück, bspw. wenn plötzlich ein Mitarbeiter über Ihre Schulter guckt: Besuchen Sie das minimale
Marketing-Glossar
Aus der baerentatze vom Juli 2002. Diesen Rundbrief kann man, muss man aber nicht
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Der Vermeidungsimpuls
im Bezug zur Wahrheit
Spottolski war in eine Sache verwickelt, die auf unserem Rasen Haarbüschel hinterließ, sowohl seine schönen, schwarzen als auch die blütenweißen des dicken Don von nebenan, Nachfolger von Fat Cat, welcher den großen Kater im Himmel besuchen ging und seither vermisst wird.
Vier Uhr früh, erklärte ich, sei 4 Stunden zu früh für Kartellverhandlungen. Jedenfalls unter meinem Schlafzimmer. Sowas ließe sich gefälligst ein bisserl diskreter erörtern.
Spottolski war aufgebracht, geradezu unkonzentriert, was meine Belehrung anging, und legte sich auf die Lauer, diesseits des Küchenfensters. Und blutete vor sich hin. "Das ist normal;" sagte er, "Marketing, kommt in den besten Familien vor."
"Ihr habt euch gebalgt, um das Revier gestritten," korrigierte ich, "mitten in der Nacht, Ihr habt nicht alle Latten im Zaun, habt ihr."
Der Zaun sei klar markiert, knurrte Spottolski, der sei ihm, einschließlich allem was da herunter fällt. Oder oben bleibt, das wisse man vorher nicht genau. Deshalb habe er dem Kollegen den Vermeidungsimpuls erklärt. "Geplaudert haben wir. Ich suche keinen Streit, du kennst mich doch."
Auf der Wiese gegenüber, direkt neben Dons Scheune, war nichts von Don zu sehen. "Überhaupt, ein weißer Kater!" schrie Spottolski. "Sowas von bescheuert sieht der aus!"
Ich bezweifelte seine argumentative Durchdringung des Vermeidungsimpulses. Zumal im Zusammenhang mit Zaunfragen, vermutete ich, könne er diesen Impuls kaum vom Radetzkymarsch unterscheiden. Aber Spottolski bestand darauf: "Ich sag, wie's ist! Warum sollte ich lügen?"
"Eben, warum solltest du?"
"Ich gebe überhaupt ausschließlich die Wahrheit von mir," sagte er, während ich sein Ohr mit Salbe behandelte. Früher sah es aus wie Blumenkohl, jetzt wie Endivien. Dann wischte ich die Fensterbank und den Boden auf.
"Katzen können nicht lügen." verkündete mein Experte. "Die reine Wahrheit ist, was ich in dem Moment glaube, wenn ich es sage. Oder umgekehrt, das hängt von irgendwas ab. Jedenfalls ist es wahr."
"Echt?"
"Echt." Er sah mich gönnerhaft an. "Ohne Wahrheit kommst du im Marketing zu nichts."
Mein Experte, ich wüsste nicht, wie ich ohne ihn zurechtkäme.
Echt.
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